Carlo und Finn – Freunde im Mondschein

Eine Gute-Nacht-Geschichte für Kinder

Carlo und Finn – Freunde im Mondschein - illustration zur geschichte
Zusammenfassung

Vorlesedauer ~ ca. 6 min

Kater Carlo und Rabe Finn entdecken, dass der Mond seine Kraft verliert, weil ein Troll das goldene Blatt der Seerose gestohlen hat. Gemeinsam stellen sie sich dem Troll und retten den Mondscheinsee. Seitdem sind sie beste Freunde und unzertrennlich.

In einem kleinen, verträumten Dorf, umgeben von bunten Wiesen und alten Apfelbäumen, lebte ein außergewöhnlicher Kater namens Carlo. Er war kein gewöhnlicher Kater – sein Fell glänzte tiefschwarz wie die Nacht, und auf seiner Brust leuchtete ein weißes, herzförmiges Fellmuster. Die Kinder im Dorf nannten ihn „den Kater mit dem Herz“. Carlo war neugierig, schlau und manchmal ein kleines bisschen frech.

Nicht weit vom Dorf, oben auf einem knorrigen, uralten Kirschbaum, lebte Finn, ein junger Rabe. Finn war für einen Raben ungewöhnlich bunt: Seine Flügel schimmerten im Sonnenlicht manchmal violett, manchmal blau. Er war stolz darauf, anders zu sein – auch wenn er manchmal deswegen von den anderen Vögeln neckisch „Regenbogen-Feder“ genannt wurde.

Eines Abends, als die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwand und der Himmel rosa-orange leuchtete, begegneten sich Carlo und Finn zum ersten Mal.

Carlo schlich gerade durchs hohe Gras, weil er der flackernden Glühwürmchen-Spur folgte. Finn hingegen flatterte aufgeregt über die Wiese, weil er einen glänzenden Knopf gefunden hatte, den er unbedingt in sein Nest bringen wollte.

„He, pass doch auf!“, rief Carlo und sprang zur Seite, als Finn fast gegen ihn flog.
„Oh! Entschuldige!“, krächzte Finn, „aber sieh nur, was ich gefunden habe!“ Er ließ den Knopf im Mondlicht funkeln.
Carlo schnurrte belustigt. „Du Raben und deine glänzenden Schätze. Ist das dein größter Schatz?“
Finn plusterte seine Federn. „Heute schon! Aber morgen finde ich vielleicht einen noch schöneren.“

Die beiden lachten – und so begann ihre ungewöhnliche Freundschaft.


Das Abenteuer beginnt

In den folgenden Tagen wurden Carlo und Finn unzertrennlich. Sie spielten Verstecken zwischen den Heuballen, jagten bunte Schmetterlinge oder erzählten sich Geschichten. Carlo war geschickt am Boden, Finn konnte alles von oben sehen – zusammen waren sie ein perfektes Team.

Doch eines Nachts geschah etwas Seltsames. Der Mond war rund und hell, aber sein Licht wirkte schwach und flackerte. Die Glühwürmchen tanzten nervös, und sogar die Eulen im Wald riefen unruhig.

„Irgendwas stimmt nicht“, flüsterte Carlo.
Finn nickte. „Der Mond sieht aus, als würde er krank werden.“

Die beiden beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.


Die Reise zum Mondscheinsee

Am nächsten Morgen machten sie sich auf den Weg. Finn flog voraus, Carlo folgte mit leisen Pfoten. Sie liefen durch Wiesen, durchquerten kleine Bäche und erreichten schließlich den geheimnisvollen Mondscheinsee.

Dieser See war etwas Besonderes: Man sagte, er spiegelte das Herz des Himmels wider. Normalerweise glitzerte er silbrig, doch heute war das Wasser trüb und grau.

„Oh nein!“, rief Finn. „Der See ist krank! Wenn er nicht leuchtet, verliert auch der Mond sein Strahlen!“
Carlo schnurrte nachdenklich. „Dann müssen wir ihn heilen.“

Gerade da hörten sie ein leises Schluchzen. Am Ufer saß ein winziges, schimmerndes Wesen – eine Mondfee. Ihre Flügel waren durchsichtig wie Glas, und Tränen perlten über ihre Wangen.

„Was ist passiert?“, fragte Carlo sanft.
Die Fee seufzte. „Ein Troll hat das goldene Blatt der Seerose gestohlen. Ohne dieses Blatt kann der See nicht glänzen, und der Mond verliert seine Kraft.“

Carlo und Finn sahen sich an – sie wussten, sie mussten helfen.


Mut gegen den Troll

Die Mondfee verriet ihnen, dass der Troll in einer Höhle am Rand des Waldes lebte. Also schlichen Carlo und Finn dorthin. Schon von weitem hörten sie das tiefe Grummeln des Trolls, der gerade versuchte, mit dem goldenen Blatt seine Suppe umzurühren.

„Was machen wir?“, flüsterte Finn.
Carlo grinste. „Du lenkst ihn ab, ich schnappe mir das Blatt.“

Finn nickte nervös, aber er war mutig. Er flatterte in die Höhle hinein, setzte sich frech auf den Kopf des Trolls und krächzte: „Oh, was für ein hässlicher Hut du bist!“

Der Troll sprang auf, wedelte wild mit den Armen und versuchte, Finn zu erwischen. Doch Finn war flink und flog im Kreis. In diesem Moment schlich Carlo leise an den Kessel, packte das goldene Blatt mit den Zähnen und rannte hinaus.

„Hey, das gehört mir!“, brüllte der Troll, doch da war es schon zu spät – Finn und Carlo waren verschwunden.


Die Rückkehr des Lichts

Am Mondscheinsee legten sie das goldene Blatt vorsichtig auf die Wasseroberfläche. Sofort begann der See zu leuchten – erst silbern, dann golden, schließlich funkelte er heller als je zuvor. Der Mond am Himmel strahlte wieder in voller Kraft, und die Nacht fühlte sich friedlich und warm an.

Die Mondfee lächelte dankbar. „Ihr habt den See gerettet – und den Mond gleich mit. Dafür habt ihr euch einen Wunsch verdient.“

Carlo dachte kurz nach und sagte: „Ich wünsche mir, dass Finn immer viele glänzende Dinge findet, damit er nie traurig ist.“
Finn blinzelte überrascht – und wünschte sich im gleichen Moment: „Und ich wünsche mir, dass Carlo immer jemanden hat, der ihn versteht und mit ihm lacht.“

Die Fee klatschte in die Hände – und beide Wünsche erfüllten sich. Von da an war Finns Nest immer voller kleiner funkelnder Schätze, und Carlo fühlte sich nie wieder einsam.


Ein neues Kapitel ihrer Freundschaft

Seit dieser Nacht wurden Carlo und Finn im Dorf berühmt. Die Kinder erzählten sich ihre Geschichte weiter und malten Bilder von „dem Kater mit dem Herz und dem Regenbogen-Raben“.

Doch Carlo und Finn blieben ganz bescheiden. Sie saßen oft zusammen auf dem Kirschbaum, blickten in den funkelnden Mond und wussten: Solange sie zusammenhielten, konnte kein Troll, keine Dunkelheit und keine Einsamkeit ihnen etwas anhaben.


Moral der Geschichte:

Die Moral der Geschichte ist: Wahre Freundschaft bedeutet, gemeinsam mutig zu sein und füreinander einzustehen – dann kann man sogar den Mond retten.

Kindgerecht erklärt: Wenn wir zusammenhalten, sind wir stärker. Carlo und Finn haben gelernt, dass jeder etwas Besonderes beitragen kann – Carlo mit seiner List, Finn mit seinem Mut. Freunde helfen sich gegenseitig, teilen ihre Freude und stehen auch in schweren Zeiten Seite an Seite. So wird selbst die dunkelste Nacht wieder hell.



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Über den Autor

Keen Perator

Ich wurde 1983 geboren und entdeckte schon früh meine Leidenschaft für das Erstellen von Kinderbüchern. Obwohl ich ursprünglich aus einem ganz anderen Bereich kam, fühlte ich mich zur magischen Welt der Kinderliteratur hingezogen. Nach Abschluss meiner Ausbildung beschloss ich, meiner Leidenschaft zu folgen.